Kartoffelgnocchi mit Schinken-Sahnesoße und Zucchinispaghetti – cremig, herzhaft & selbstgemacht

Gnocchi_Zucchini Schinkensahnesoße Kartoffelwerkstatt

Gnocchi mit Schinken-Sahnesoße – bei diesen Worten bin ich sofort wieder in einer kleinen Trattoria irgendwo an der Amalfiküste, wo die Holztische blank gescheuert sind, ein Glas Hauswein vor mir steht und aus der Küche der unverkennbare Duft von Butter, Salbei und frisch geriebenem Pecorino zieht. Es sind diese stillen, unvergesslichen Momente, die mich immer wieder in die Küche treiben – mit dem Wunsch, genau dieses Gefühl auf den Teller zu bringen. In Italien wird aus wenigen, einfachen Zutaten etwas Großes gemacht – und Gnocchi sind dafür das perfekte Beispiel. Weich, zart, fast schwerelos – und doch so sättigend wie ein Herzensessen sein muss. In der Kartoffelwerkstatt habe ich dieses Gericht zu meinem ganz eigenen gemacht: mit selbstgemachten Kartoffelgnocchi, einer cremigen Schinken-Sahnesoße und frischen Zucchinispaghetti aus dem Garten. Simpel, ehrlich und mit viel Liebe zubereitet – genau so, wie es die Italiener uns gelehrt haben.

Wissensblock: Was macht gute Kartoffelgnocchi aus?

Kartoffelgnocchi stammen ursprünglich aus der norditalienischen Küche und sind aus vorwiegend festkochenden Kartoffeln, wenig Mehl und Ei gemacht. Das Geheimnis fluffiger Gnocchi liegt im möglichst trockenen Kartoffelteig – deshalb werden die Kartoffeln traditionell im Ofen gebacken statt gekocht, damit sie weniger Wasser ziehen.

In der Kartoffelwerkstatt findest du verschiedene Gnocchi-Varianten:

Inhaltsverzeichnis

Das Rezept

Dieses Rezept bietet eine einfache Schritt-für-Schritt-Anleitung, um die perfekte Mahlzeit zuzubereiten. Die gebratenen Zucchini bringen eine leichte Textur und Frische in das Gericht. Inspiriert von traditionellen Rezepten wie den Gnocchi lunghi con Zucchini aus dem Latium, vereint dieses Gericht den Genuss der italienischen Küche mit einem Hauch von Raffinesse.

Diesmal musste es etwas schneller bei mir gehen und ich habe die Kartoffeln geschält, geviertelt und gekocht. So dass ich sie direkt, nachdem Sie gar waren, durch die Kartoffelpresse drücken konnte und sie schneller abkühlten. Zusammen mit meinen Nichten habe ich dann die Gnocchi geformt und fertiggestellt. Dabei kamen beide auf die Idee die Gnocchi unterschiedlich zu formen, während die eine auf eckige Formen bestand, war es der anderen wichtig das sie große Gnocchi hatte. Aber beiden hatte es unglaublich Spaß gemacht ihr eigenes Essen herzustellen.

Für die Zucchini habe ich einen Spiralschneider verwendet, wer diesen nicht hat kann sie auch in halben Scheiben weiterverarbeiten. Ich verwende am liebsten die gelben Zucchini, die ich auch nicht allzu groß werden lasse und früh ernte, dadurch sind sie zarter und zusammen mit dem buttrigen Geschmack, schmecken sie mir persönlich besser.

Grundrezept Kartoffelgnocchi

  • 800 g gleich große vorwiegend festkochende Kartoffeln
  • 1 Bio Zitrone
  • 30 g Butter
  • Muskat, Salz
  • 2 Eigelb (Kl. M)
  • 60-70 g Hartweizengrieß
  • 25 g Mehl
  • 25 g Speise- oder Kartoffelstärke

Außerdem

  • Kartoffelpresse,
  • doppelt gemahlener Hartweizengrieß (Semola di grano duro rimacinata)

Zubereitung

Zuerst werden die Kartoffeln mit der Schale gewaschen und auf ein Backblech mit Backpapier ausgelegt, verteilt. Im vorgeheizten Backofen bei 160 Grad (Umluft) ca. 1 Stunde garen lassen.

Die Kartoffeln aus dem Backofen nehmen und abkühlen lassen, bis sie lauwarm sind. Solange Sie noch warm sind pellen und anschließend zweimal durch die Kartoffelpresse drücken.

Die Butter in einem Topf zerlassen, Muskat und 2 gestrichene Teelöffel Salz zugeben.

Die Arbeitsfläche mit doppelt gemahlenem Hartweizengrieß bestäuben, Mehl oder Stärke gehen natürlich auch. Jetzt das Mehl und die Kartoffelmasse auf die Arbeitsfläche geben und in der Mitte eine Kuhle machen. Eigelbe, Grieß, Zitronenschale, Butter und Stärke hineingeben und alles rasch zu einem geschmeidigen Teig verkneten.

Teig anschließend in 4-5 Portionen teilen und gleichmäßig zu einer ca. 1,5 cm dicken, rissfreien Rolle formen. Die Arbeitsfläche und die Hände können weiterhin immer mit Mehl oder Hartweizengrieß bestäubt sein. Die Rollen werden nun in 2 cm breite Stücke geteilt, mit einem Teigschaber oder Messer. Sobald die Gnocchi geschnitten sind, werden mit einer Gabel die Rillen eingedrückt.

Zum Schluss werden die Gnocchi in reichlich kochendes Wasser gegeben, die Hitze reduzieren und die Gnocchi ziehen lassen bis sie an der Oberfläche schwimmen. Gnocchi mit der Schaumkelle herausnehmen.

Gnocchi Zucchini Schinken-Sahnesoße

Zutaten Schinken-Sahnesoße & Zucchinispaghetti

  • 100g Schinken
  • 1 kleine gelbe Zucchini
  • 1 Schalotte
  • ca. 100 ml Brühe
  • 100 ml Schlagsahne
  • italienischer Hartkäse, gerieben
  • etwas Öl
  • Salz & Pfeffer

Zubereitung

Den Schinken in Streifen schneiden, die Zucchini in Spaghetti schneiden, die Schalotte schälen und würfeln.

In einer Pfanne mit etwas Öl die Schalotten Würfel anschwitzen, die Schinkenstreifen und die Zucchinispaghetti hinzugeben und mitdünsten. Nach ca. 5 Minuten mit der Brühe alles ablöschen und kurz durchziehen lassen. Zum Schluss die Sahne hineingeben und mit Salz und Pfeffer die Schinken-Sahne-Soße abschmecken.

Die Gnocchi und zusammen mit der Schinken-Sahnesoße und den Zucchinispaghetti auf einen Teller geben. Ich hatte noch ein paar geschmorte Kirschtomaten als Deko zusammen mit frisch geriebenem Käse auf die Gnocchi verteilt.

Rezept Download

Rezept Kartoffelgnocchi mit Schinken-Sahnesoße
Gnocchi mit Schinken Sahnesosse

Tipps & Variationen

  • Zucchini: Ich verwende am liebsten kleine, früh geerntete gelbe Zucchini – sie sind zarter und haben einen leicht buttrigen Eigengeschmack.
  • Kein Spiralschneider? Einfach in dünne halbe Scheiben schneiden – schmeckt genauso gut.
  • Vegetarisch: Schinken weglassen, dafür mehr Gemüse wie Erbsen oder getrocknete Tomaten hinzufügen.
  • Käse: Parmigiano Reggiano oder Pecorino passen perfekt zu dieser Soße.
  • Gnocchi einfrieren: Rohe Gnocchi auf einem bemehlten Tablett vorfrieren, dann in Beutel umfüllen – praktisch für spontane Abende.

Buchtipp aus der Kartoffelwerkstatt: Amalfi

Wer so sehr von Italien träumt wie ich, der findet in dem Kochbuch „Amalfi“ eine wunderschöne Reise an die süditalienische Küste – ohne den Koffer zu packen. Das Buch hat mich sofort in seinen Bann gezogen, denn es verbindet authentische Rezepte mit dem unverwechselbaren Lebensgefühl der Amalfiküste.

Besonders ans Herz legen möchte ich dir daraus die Gnocchi alla Sorrentina – fluffige Kartoffelgnocchi in einer aromatischen Tomatensauce, überbacken mit Mozzarella und frischem Basilikum. Ein Gericht, das so simpel wie unwiderstehlich ist und den Geist Süditaliens perfekt einfängt.

👉 Zur Kochbuchvorstellung „Amalfi“ & dem Rezept Gnocchi alla Sorrentina

Hast du das Rezept ausprobiert?

Ich freue mich, wenn du mir in den Kommentaren erzählst, wie deine Gnocchi geworden sind – und ob du vielleicht auch jemanden hattest, der beim Formen geholfen hat. Zeig mir dein Ergebnis gerne auch auf Instagram und markiere die Kartoffelwerkstatt!

In diesem Sinne, lasst es Euch schmecken!

Eure Dani

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