Badische Bubenspitzle mit Sauerkraut gehören hier im Süden einfach zur Kindheit dazu. Sobald der Duft von goldbraun angebratenen Schupfnudeln, Speck und geschmortem Sauerkraut durch die Küche zieht, fühlt sich selbst ein grauer Tag plötzlich gemütlich an.
Die liebevoll genannten Bubespitzle sind ein echter Klassiker der badischen und schwäbischen Küche. Früher galt das einfache Kartoffelgericht als sättigendes Essen für arbeitsreiche Tage, heute ist es vor allem eines: ehrliches Soulfood mit Heimatgefühl.
Dabei reicht die Geschichte der Schupfnudeln erstaunlich weit zurück. Schon während des Dreißigjährigen Krieges sollen Landsknechte einfache Teigrollen von Hand „geschupft“ haben – daher stammt vermutlich auch der Name Schupfnudel. Erst später kamen Kartoffeln in den Teig und machten die Bubenspitzle so weich und fein, wie wir sie heute kennen.
Besonders beliebt ist bis heute die Kombination mit Sauerkraut. Das leicht säuerliche Kraut, knusprig gebratene Schupfnudeln und herzhafter Speck passen einfach perfekt zusammen – bodenständig, sättigend und genau die Art von Wohlfühlküche, die man immer wieder essen möchte.
Warum Sauerkraut so besonders ist
Sauerkraut gehört nicht nur geschmacklich perfekt zu badischen Bubenspitzle – es hat auch eine lange Tradition als haltbares und nährstoffreiches Lebensmittel. Früher wurde Weißkohl durch Fermentation konserviert, damit man ihn auch in den Wintermonaten genießen konnte. Genau dieses natürliche Gärverfahren macht Sauerkraut bis heute so besonders.
Beim Fermentieren entstehen wertvolle Milchsäurebakterien, die das Sauerkraut nicht nur länger haltbar machen, sondern auch für seinen typischen fein-säuerlichen Geschmack sorgen. Vor allem rohes, nicht stark erhitztes Sauerkraut enthält viele dieser guten Darmbakterien und wird deshalb oft mit einer bewussten und ausgewogenen Ernährung verbunden.
Gerade die Kombination aus herzhaften Bubenspitzle, Speck und dem angenehm frischen Sauerkraut macht das Gericht trotz seiner Bodenständigkeit wunderbar ausgewogen. Das Kraut bringt eine leichte Säure und Frische mit, die perfekt zu den goldbraun gebratenen Schupfnudeln passt.
Und vielleicht ist genau das einer der Gründe, warum Sauerkraut seit Generationen ein fester Bestandteil der badischen Küche geblieben ist: einfach, ehrlich und erstaunlich vielseitig.
Eine kleine persönliche Erinnerung
Sauerkraut gehört für mich schon seit der Kindheit einfach dazu. Während andere sich auf dem Heimweg Süßigkeiten gekauft haben, stand ich oft mit einer kleinen Papierspitztüte voller frischem Sauerkraut da – für gerade einmal 10 Pfennig. Und ehrlich gesagt: Ich habe es genauso gern gegessen wie andere ihre Bonbons.
Auch zuhause wurde Sauerkraut früher ganz selbstverständlich selbst gemacht. In großen Gärtöpfen durfte der Kohl langsam fermentieren und die ganze Küche roch irgendwann nach diesem ganz typischen, leicht säuerlichen Duft, den ich bis heute sofort mit Heimat verbinde.
Vielleicht mag ich Sauerkraut deshalb noch immer so gerne. Es schmeckt nicht nur nach Kindheit und Familienküche, sondern ich habe auch einfach das Gefühl, dass es mir gut tut. Klar – ein bisschen ehrliche Nebenwirkung gehört manchmal dazu und ganz ohne Blähungen kommt Sauerkraut nicht immer davon. Aber irgendwie gehört selbst das bei einem echten badischen Sauerkrautgericht fast schon mit dazu.
Inhaltsverzeichnis
- Warum Sauerkraut so besonders ist
- Eine kleine persönliche Erinnerung
- Weitere leckere Rezepte mit Schupfnudeln
- Rezept Download
- Fermentieren neu entdecken
Wie du die Bubenspitzle zusammen mit würzigem Sauerkraut ganz einfach selber zubereitest, zeige ich dir jetzt Schritt für Schritt im Rezept.

Badische Bubenspitzle mit Sauerkraut – einfaches Wohlfühlrezept aus der Pfanne
Zutaten
- 1 kg Kartoffeln mehlig kochende
- 125 g Mehl
- 2 EL Speisestärke
- 1 großes Ei oder
- 2 kleine Eier
- etwas geriebene Muskatnuss
- 1 große Zwiebel
- 100 g durchwachsener Speck
- etwas Öl
- 500 g Sauerkraut
- 250 ml Rinderbrühe
- 1 Lorbeerblatt
- 2 Wachholderbeeren
- Butterschmalz
- Salz & Pfeffer
Anleitungen
- Schupfnudeln herstellenDie Kartoffeln schälen und im Wasser mit etwas Salz zum Kochen bringen. Die Kartoffeln abgießen und durch eine Kartoffelpresse drücken. Abkühlen lassen und die restlichen Zutaten hinzu geben. Alles zu einem Teig verrühren und ca. 20 Minuten ruhen lassen.Den Teig nun zu fingerdicke Rollen formen und in 5-6 cm lange Stücke schneiden. Diese Stücke nochmals formen und die Enden spitz auslaufen lassen.Zum Schluss die Schupfnudeln in einem Topf mit kochendem Salzwasser ziehen lassen, bis sie an der Oberfläche schwimmen. Herausnehmen und abtropfen lassen.
- Sauerkraut vorbereitenFür das Sauerkraut die Zwiebel schälen und fein hacken, den Speck klein würfeln. Zwiebel und Speck in eine Pfanne geben und leicht anschwitzen. Bei Bedarf etwas Öl dazugeben.Einen Topf aufsetzen und das Sauerkraut mit der Rinderbrühe, dem Lorbeerblatt und den Wacholderbeeren hineingeben und die Zwiebel-Speck-Mischung hinein geben. Dann alles zugedeckt ca. 45 Minuten dünsten auf mittlerer Hitze. Wenn es fertig ist mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit einem Schaumlöffel herausnehmen und gut abtropfen lassen.
- Bubenspitzle mit Sauerkraut zubereitenIn einer großen Pfanne das Butterschmalz erhitzen und die Schupfnudeln / Bubenspitzen rundherum anbraten. Dann zusammen mit dem Sauerkraut auf einem Teller anrichten.
Notizen




Weitere leckere Rezepte mit Schupfnudeln
- Schupfnudeln mit rotem Sauerkraut
- Salbei-Dinkel-Schupfnudeln mit Apfel-Heidelbeer-Kompott
- Schupfnudeln mit bunter Beete und Ziegenfrischkäse
- Romanesco-Schupfnudelpfanne
- Bärlauchschupfnudeln


Rezept Download
Rezept Badische Bubenspitzle mit SauerkrautFermentieren neu entdecken
Sauerkraut zeigt eigentlich perfekt, wie genial traditionelle Küche früher schon war. Lange bevor es Kühlschränke gab, wurden Gemüse und Kohl durch Fermentation haltbar gemacht – ganz natürlich und mit viel Geschmack.
Beim Fermentieren entstehen Milchsäurebakterien, die nicht nur für die typische feine Säure sorgen, sondern fermentiertes Gemüse auch besonders spannend für eine bewusste Ernährung machen. Gerade deshalb erlebt das Fermentieren heute wieder ein richtiges Comeback.
Für mich gehört Sauerkraut deshalb nicht nur zu den klassischen badischen Bubenspitzle, sondern auch zu einer alten Küchentradition, die erstaunlich aktuell geblieben ist.
Wenn du Fermentieren selber ausprobieren möchtest, findest du hier auf der Kartoffelwerkstatt noch weitere Anleitungen und Rezepte rund um fermentiertes Gemüse, Obst und traditionelle Vorratshaltung.
- Fermentieren Teil 1 – Die 10 wichtigsten Fragen
- Fermentieren Teil 2 – Kombucha
- Fermentieren Teil 3 – Gemüse & Früchte
In meinem Blogbeitrag Schupfnudeln mit Rotem Sauerkraut erkläre ich auch die Herstellung des Sauerkrautes in einem Fermentierglas.
Manche Gerichte brauchen keine besonderen Zutaten oder große Raffinesse, um in Erinnerung zu bleiben. Badische Bubenspitzle mit Sauerkraut gehören für mich genau dazu. Sie stehen für einfache Küche, ehrliche Tradition und dieses angenehme Gefühl, nach einem guten Essen zufrieden am Tisch zu sitzen.
Vielleicht ist es genau diese Mischung aus knusprigen Schupfnudeln und würzigem Sauerkraut, die dieses Gericht bis heute so besonders macht.
Ich wünsche dir viel Freude beim Nachkochen und hoffe, dass dir dieses Stück badische Küche genauso gut schmeckt wie mir.
Lasst es Euch schmecken!
Eure Dani
Wenn bei dir jetzt auch die Lust auf Bubenspitzle & Kartoffelküche geweckt ist, dann schau bald wieder vorbei – hier wird weiter geschupft und gebrutzelt.
