Schupfnudeln mit fermentiertem Rotkohl – herbstliches Pfannengericht voller Geschmack

Schupfnudeln mit fermentiertem Rotkohl

Schupfnudeln mit fermentiertem Rotkohl sind für mich das perfekte Beispiel dafür, wie aus einfachen Zutaten etwas richtig Besonderes entstehen kann. Nachdem der Herbst vorbei ist, sind jetzt genau die fermentierten Lebensmittel bereit, die in den letzten Wochen und Monaten in Ruhe reifen durften.

Ich habe dieses Jahr ein kleines Experiment gestartet und sowohl weißen Kohl als auch roten Kohl wie klassisches Sauerkraut fermentiert. Ehrlich gesagt war ich überrascht, wie unkompliziert das funktioniert hat – und noch mehr, wie gut der fermentierte Rotkohl geschmacklich geworden ist. Er bringt nicht nur eine wunderschöne Farbe auf den Teller, sondern auch eine feine Säure, die perfekt zu knusprigen Schupfnudeln passt.

Dieses Gericht ist deshalb nicht nur ein einfaches Kartoffelrezept für kalte Tage, sondern auch eine tolle Möglichkeit, fermentiertes Gemüse ganz unkompliziert in die Alltagsküche einzubauen.

Rotkohl fermentieren – einfach, gesund und voller Geschmack

Fermentieren klingt im ersten Moment oft kompliziert, zeitaufwendig oder nach einer Wissenschaft für Profis. Doch genau wie beim klassischen Sauerkraut gibt es auch einfache Methoden, mit denen man ohne viel Aufwand erstaunliche Ergebnisse erzielt. Gerade Kohl eignet sich perfekt für den Einstieg, weil die natürliche Fermentation zuverlässig funktioniert und man nur wenige Zutaten benötigt.

Sauerkraut gehört deshalb zu den unkompliziertesten Arten, Lebensmittel haltbar zu machen. Gleichzeitig entsteht dabei nicht nur ein intensiver Geschmack, sondern auch ein Lebensmittel voller guter Eigenschaften. Besonders spannend sind die enthaltenen Milchsäurebakterien, die während der Fermentation entstehen. Sie unterstützen eine gesunde Darmflora und machen fermentierten Kohl zu einer beliebten Ergänzung für eine bewusste Ernährung.

Ob man dafür Weißkohl oder Rotkohl verwendet, ist am Ende vor allem Geschmackssache. Ich persönlich mag fermentierten Rotkohl besonders gerne, weil er etwas kräftiger wirkt und zusätzlich diese intensive Farbe mitbringt. Außerdem enthält Rotkohl etwas mehr Vitamine und Mineralstoffe als Weißkohl – und optisch ist das violette Kraut auf dem Teller einfach ein echtes Highlight.

Inhaltsverzeichnis

Sauerkraut selber herstellen

Für die Herstellung von Sauerkraut benötigt ihr entweder einen klassischen Gärtopf aus Stein oder ein großes Glas. Außerdem braucht ihr ein Gewicht zum Beschweren, ein sauberes Tuch zum Abdecken sowie eine große Schüssel und idealerweise einen Krauthobel oder ein scharfes Messer.

Zuerst wird der Kohl gründlich gewaschen. Dafür halbiere ich die Kohlköpfe, entferne den Strunk und lege einige große Außenblätter zur Seite. Anschließend schneide ich den Kohl in feine Streifen und wasche ihn noch einmal in einer großen Schüssel. Danach lasse ich das Kraut gut abtropfen und gebe es zurück in die Schüssel.

Jetzt kommt der wichtigste Schritt: Mit etwas Salz wird der Kohl kräftig durchgeknetet. Nach einigen Minuten tritt genügend Flüssigkeit aus und es entsteht der eigene Kohlsaft, der später für die Fermentation benötigt wird. Genau dieser Prozess macht Sauerkraut so unkompliziert, denn der Kohl bringt alles mit, was zum Fermentieren nötig ist.

Das vorbereitete Kraut wird anschließend fest in das Glas oder den Gärtopf gedrückt und vollständig mit dem eigenen Saft bedeckt. Die zuvor beiseitegelegten Kohlblätter kommen obenauf und halten das Kraut unter der Flüssigkeit. Danach wird alles mit sterilisierten Gewichten beschwert, damit kein Kohl aus der Lake ragt.

Nun darf das Sauerkraut an einem ruhigen, möglichst kühlen Ort fermentieren. Nach etwa zehn Tagen probiere ich zum ersten Mal. Je nachdem, wie intensiv und säuerlich ich den Geschmack haben möchte, lasse ich das Kraut anschließend noch einige Tage weiterreifen.

Rezept Schupfnudeln mit fermentiertem Rotkohl

Schupfnudeln mit fermentiertem Rotkohl

Schupfnudeln mit fermentiertem Rotkohl – herbstliches Pfannengericht voller Geschmack

Vorbereitungszeit 1 Stunde
Zubereitungszeit 20 Minuten
Servings 4 Personen

Zutaten

  • 1 kg Kartoffeln mehlig kochende
  • 125 g Mehl
  • 2 EL Speisestärke
  • 2 Eier
  • etwas Muskatnuss gerieben
  • 500 g rotes Sauerkraut
  • Salz & Pfeffer
  • 250 ml Gemüsebrühe
  • 1 Lorbeerblatt
  • 2 Wachholderbeeren
  • Butterschmalz

Anleitungen

  • Schupfnudeln herstellen
    Die Kartoffeln schälen und im Wasser mit etwas Salz zum Kochen bringen. Die Kartoffeln abgießen und durch eine Kartoffelpresse drücken.
    Abkühlen lassen und die restlichen Zutaten hinzu geben. Alles zu einem Teig verrühren und ca. 20 Minuten ruhen lassen.
    Den Teig nun zu fingerdicke Rollen formen und in 5-6 cm lange Stücke schneiden. Diese Stücke nochmals formen und die Enden spitz auslaufen lassen.
    Zum Schluss die Schupfnudeln in einem Topf mit kochendem Salzwasser ziehen lassen, bis sie an der Oberfläche schwimmen. Herausnehmen und abtropfen lassen.
  • Rotes Sauerkraut vorbereiten
    Für das Sauerkraut die Zwiebel schälen und fein hacken und in einer Pfanne leicht anschwitzen. Bei Bedarf etwas Öl dazugeben.
    Einen Topf aufsetzen und das Sauerkraut mit der Gemüsebrühe, dem Lorbeerblatt und den Wacholderbeeren hineingeben und die Zwiebeln hinein geben. Dann alles zugedeckt ca. 45 Minuten dünsten auf mittlerer Hitze. Wenn es fertig ist mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit einem Schaumlöffel herausnehmen und gut abtropfen lassen.
  • Schupfnudeln mit rotem Sauerkraut zubereiten
    In einer großen Pfanne das Butterschmalz erhitzen und die Schupfnudeln rundherum anbraten. Dann zusammen mit dem fermentiertem, roten Sauerkraut auf einem Teller anrichten.

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Rezept Schupfnudeln mit fermentiertem Rotkohl
Schupfnudeln mit fermentiertem Rotkohl

Warum fermentierter Kohl so spannend ist

Fermentierter Kohl erlebt seit einigen Jahren ein echtes Comeback – und das aus gutem Grund. Was früher vor allem zur Haltbarmachung für den Winter genutzt wurde, begeistert heute viele Menschen wegen seines besonderen Geschmacks und seiner natürlichen Herstellung. Durch die Fermentation entsteht aus einfachem Kohl ein aromatisches Lebensmittel mit feiner Säure und viel Charakter.

Besonders spannend finde ich dabei, dass man mit wenigen Zutaten und ganz ohne komplizierte Technik arbeiten kann. Salz, Zeit und etwas Geduld reichen bereits aus, damit sich der Kohl langsam verändert und seinen typischen Geschmack entwickelt. Gerade Rotkohl bringt dabei nicht nur eine intensive Farbe auf den Teller, sondern auch eine angenehm kräftige Note.

Fermentierter Kohl wird außerdem häufig mit einer bewussten und abwechslungsreichen Ernährung verbunden. Während der Fermentation entstehen natürliche Milchsäurebakterien, die traditionell geschätzt werden und fermentierte Lebensmittel so besonders machen. Gleichzeitig ist fermentierter Kohl eine tolle Möglichkeit, Gemüse saisonal zu konservieren und lange haltbar zu machen.

Wenn Du das Thema Fermentieren selbst ausprobieren möchtet, findet ihr auf meinem Blog auch weitere Beiträge rund um die Fermentation von Obst & Gemüse

Und das klassische Schupfnudelrezept mit Sauerkraut findest du ebenfalls hier auf meinem Blog.

Lasst es Euch schmecken

Eure Dani

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4 Kommentare

  1. […] Das Rezept für die Mohnnudeln ist das Grundrezept der Schupfnudeln nur ohne Salz. Ich habe für uns die hälfte Kartoffelmasse mit Salz und Pfeffer gewürzt und nach den ersten Schupfnudeln das Wasser gesalzen und die zweiten Schupfnudeln für den herzhaften Teil gemacht. Mein Favorit sind nach wie vor die Schupfnudeln mit meinem selbst fermentierten Rotkraut. […]

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