Wenn die Tage kühler werden und der Herbst einzieht, steht in meiner Küche diese herzhafte Pilztarte mit einem knusprigen Boden aus geraspelten Kartoffeln ganz oben auf dem Speiseplan. Für mich gibt es an ungemütlichen Tagen kaum ein besseres Seelenfutter, als den Ofen anzuwerfen und diesen Duft von frisch gebackenen Kartoffeln, geschmolzenem Bergkäse und aromatischen Pilzen durch das Haus ziehen zu lassen.
Wer meinen Blog kennt, weiß, dass ich es liebe, klassische Gerichte neu zu interpretieren. Bei diesem Rezept habe ich den traditionellen Mürbeteig einfach durch meine absolute Lieblingszutat ersetzt: einen goldbraun gebackenen Röstiboden! Dadurch wird die Tarte außen herrlich kross, bleibt innen wunderbar saftig und ist ganz nebenbei von Natur aus komplett glutenfrei.
Komm mit in meine Küche, ich zeige dir Schritt für Schritt, wie dieses Wohlfühlgericht gelingt!
Inhaltsverzeichnis
- Vom Wald direkt in die Küche: Meine Liebe zum Pilzesammeln
- Saisonal kombiniert: Tipps für deine Pilztarte
- Rezept Kartoffelrösti-Pilztarte
- Rezept Download
- Tarteboden vs. Röstiboden: Wo liegt der Unterschied?
- Noch mehr herbstliches Soulfood gesucht?
Vom Wald direkt in die Küche: Meine Liebe zum Pilzesammeln
Pilze suche ich schon seit meiner Kindheit selbst. Früher war ich mit meinen Großeltern in den Wäldern unterwegs, heute zieht es mich mit meinen Freundinnen oder meinem Mann nach draußen. Der Wald schenkt mir jedes Mal, wenn ich ihn betrete, eine tiefe Ruhe und neue Kraft – ich spüre dort kaum, wie die Stunden vergehen. Ich liebe den Duft des Holzes, ganz besonders, wenn es frisch geregnet hat, denn dann ist dieses erdige Waldaroma noch viel intensiver.
Zu unserem kleinen Dorf gehört auch ein eigener Wald: der Biengener Wald. Vor drei Jahren haben wir dort eine Wanderung mit einem Förster gemacht, der uns unglaublich viel über die verschiedenen Baumarten, die Aufforstung, Mischwälder und die Waldbewohner erzählt hat. Seitdem kommen wir immer wieder gern hierher zurück und drehen unsere Runde. Dabei gibt es an einigen Stellen einen fantastischen Blick bis hinüber zu den Vogesen nach Frankreich.
Am Ende dieser Route erreichen wir immer eine kleine, gemütliche Wanderstube – das Gerstenhalmstüble. Von dort aus hat man einen gigantischen Blick hinunter ins Tal (und wer nicht gut zu Fuß ist: Es führt auch ein zweiter Weg mit dem Auto direkt bis vor die Tür). Beim Einkehren in solch eine Hütte freuen wir uns dann immer riesig auf ein zünftiges Vesper und ein kühles Radler. Oftmals sind es eben die ganz einfachen Dinge im Leben, die glücklich machen. Diesmal war es für uns eine Pfanne voll mit deftigen Speckeiern und frischem Bauernbrot.
Saisonal kombiniert: Tipps für deine Pilztarte
Da ich in diesem Jahr bei der Pilzsuche im Wald nicht ganz so erfolgreich war, habe ich für meine Pilztarte zusätzlich auf feine Kräuterseitlinge gesetzt. Ich habe sie längs aufgeschnitten, was im Ofen auch optisch ein absoluter Hingucker ist!
Wer natürlich keine eigenen Pilze sammelt, schaut einfach beim Gemüsehändler des Vertrauens vorbei. Wenn du Champignons verwendest, empfehle ich dir unbedingt die braunen Steinchampignons, da sie deutlich intensiver im Geschmack sind als die weißen.
Der Clou an diesem Gericht: Der Boden ist heute kein klassischer Tarteboden, sondern ein herrlich krosser Rösti. Geschmacklich hat diese Kombination all meine Erwartungen übertroffen! Wichtig ist hier das richtige Fingerspitzengefühl beim Abschmecken: Man darf und muss die Masse gut würzen. Besonders gut harmoniert frischer Thymian mit den Pilzen, während eine Prise Muskatnuss dem Röstiboden den perfekten Pfiff verleiht.

Rezept Kartoffelrösti-Pilztarte

Knusprige Kartoffelrösti-Pilztarte: Das perfekte Herbstgericht (Vegetarisch)
Zutaten
Zutaten Röstiboden
- 600 g Kartoffeln
- 1 Ei M
- 2 Eßl Butter
- 1 Prise Muskatnuss
- Salz & Pfeffer
Zutaten Füllung
- 500 g verschiedene Pilze geputzt
- 1 großer Kräuterseitling
- 1 Schalotte
- Thymian
- 1 Eßl Butter
- 1 Eßl Mehl
- 3 Eier M
- 150 ml Sahne
- 150 g Bergkäse gerieben
- 1 Tl Petersilie
- Salz & Pfeffer
Anleitungen
- Den Backofen auf 180°C Umluft vorheizen. Eine Springform/Tarteform einfetten.
- Für den Boden die Kartoffeln schälen und grob raspeln. Die Butter schmelzen. Alle Zutaten für den in eine Schüssel geben und mit den Kartoffelraspeln gut vermengen. Die Kartoffelmasse in die Tarteform geben, gut andrücken und ca. 15 Minuten im Ofen vorbacken.
- In der Zwischenzeit die Zwiebel schälen und mit den geputzten Pilzen (außer den Kräuterseitling) in einer Pfanne kurz anschwenken, mit Salz, Pfeffer und Thymian abschmecken. Den Kräuterseitling in große Scheiben aufschneiden und auf die Seite stellen. Alle restlichen Zutaten der Füllung in einen hohen Behälter geben und mit einem Mixstab verquirlen.
- Die Tarteform aus dem Backofen nehmen und die Pilze hineingeben. Die Eier-Sahne-Füllung aufgießen und zum Schluss die Scheiben des Kräuterseitling oben auf legen.
- Bei 180°C ca. 40 Minuten backen. Die Füllung darf beim rausholen nicht mehr flüssig sein. Wenn es zu dunkel wird, etwas Backpapier auf die Tarte legen.
- Die Tarte aus dem Ofen nehmen, leicht abkühlen lassen und lauwarm genießen.
Rezept Download
Tarteboden vs. Röstiboden: Wo liegt der Unterschied?
Vielleicht fragst du dich, warum wir für diese Pilztarte keinen klassischen Teig verwenden. Der Unterschied liegt nicht nur im Geschmack, sondern auch in der Textur und der Zubereitung:
- Der klassische Tarteboden (Mürbeteig): Besteht traditionell aus Weizenmehl, kalter Butter, Ei und etwas Salz. Er muss zügig geknetet werden, braucht Kühlzeit im Kühlschrank und wird beim Backen mürbe, kompakt und🍪 mürbe-knusprig.
- Mein Kartoffel-Röstiboden: Hier ist die Kartoffel der absolute Star! Statt Mehl verwenden wir grob geraspelte, gut ausgedrückte Kartoffeln, die mit etwas Ei und Gewürzen gebunden werden. Beim Vorbacken verliert die Kartoffel Feuchtigkeit und verbindet sich zu einer wunderbar rustikalen, krossen Kruste.
Das Ergebnis: Der Röstiboden ist deutlich saftiger im Biss, bringt durch das feine Röstaroma der Kartoffel eine herrliche, herzhafte Tiefe in das Gericht und ist von Natur aus zu 100 % glutenfrei. Für mich die perfekte Unterlage für jede herbstliche Pilzfüllung!
Noch mehr herbstliches Soulfood gesucht?
Wenn du genau wie ich gar nicht genug von gemütlichen Rezepten für die kühlere Jahreszeit bekommen kannst, habe ich hier noch zwei weitere Herzenswempfehlungen aus der Kartoffelwerkstatt für dich:
- Herzhafte Kartoffelquiche: Suchst du nach einer Alternative mit klassischem Teig? Dann probiere unbedingt meine herbstliche Kartoffelquiche aus. Sie ist wunderbar cremig und lässt sich toll für die Familie vorbereiten.
- Wärmende Kartoffel-Maronen-Suppe: Nach einem langen Waldspaziergang im Herbst gibt es für mich kaum etwas Besseres als eine heiße Suppe. Meine samtige Kartoffel-Maronen-Suppe kombiniert den feinen Geschmack von Esskastanien mit heimischen Kartoffeln – echtes Seelenfutter im Teller!
Jetzt steht deinem herbstlichen Backvergnügen eigentlich nichts mehr im Weg! Schnapp dir deine Lieblingspilze, heiz den Ofen an und mach es dir zu Hause so richtig gemütlich.
Ich wünsche dir unglaublich viel Spaß beim Nachkochen, Raspeln und Genießen. Lass dir die Tarte schmecken und hab eine wundervolle, gemütliche Herbstzeit!
Alles Liebe,
Eure Dani
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Liebe Dani, mein Lieblingsgewürz bei Waldpilzen ist ebenfalls Thymian. Das setzt den Pilzen das i-Tüpfelchen auf. Deine Tarte mit Kartoffelboden und Pilzfüllung gefällt mir super. Die kommt auf die Nachkochliste. Dieses Jahr habe ich auch sehr viele schöne Pilze im Wald gefunden. Selbst in Stadtnähe. Sind aber alle schon aufgegessen. 🙂
Liebe Peggy, was so ein bisschen Thymian auf den Pilzen bewirken kann ist super, freut mich das es dir gefällt und du es genaus so liebst 🙂 Der Tarteboden lohnt sich auf jeden Fall bei uns war die Tarte ruck zuck aufgegessen. Viel Spaß beim ausprobieren. Dani