Quarkkeulchen Rezept neu gedacht – was passiert, wenn der sächsische Klassiker eine Nougat-Überraschung in der Mitte versteckt und auf einem fruchtig-säuerlichen Erdbeer-Rhabarber-Kompott landet?
Die Geschichte der Quarkkeulchen – Ein Klassiker mit Wurzeln
Der Name verrät schon viel: „Keulchen“ leitet sich vom mittelhochdeutschen Wort Kaule ab, was schlicht „Kugel“ bedeutet. Je nach Region hört man auch Quarkkäulchen, Quarkkließle oder im Vogtland schlicht Gebackene Kließ – denn das Rezept hat seinen Ursprung nicht nur in der sächsischen, sondern auch in der erzgebirgischen und vogtländischen Küche.
Die Wurzeln des Gerichts reichen weit ins 19. Jahrhundert zurück – eine Zeit, in der Resteverwertung zur Küchenphilosophie gehörte. Übrig gebliebene Pellkartoffeln vom Vortag bildeten die Grundlage, Quark wurde auf dem Land selbst hergestellt oder beim Milchhändler bezogen – und so entstand aus purer Notwendigkeit eines der beliebtesten Gerichte der Region.
In der DDR fanden Quarkkeulchen ihren Weg in nahezu alle Haushalte des Landes – nicht nur wegen ihres Geschmacks, sondern weil sie mit alltäglichen Zutaten schnell und günstig zuzubereiten waren. Sie standen in Schulküchen, Betriebskantinen und Wohnzimmern auf dem Tisch, galten als nahrhaft und kinderfreundlich – und sind für viele bis heute mit den schönsten Kindheitserinnerungen verknüpft.
Kleine regionale Unterschiede entwickelten sich im Laufe der Zeit: Im Erzgebirge kam gerne eine Prise Muskat oder Zimt in den Teig, in der Lausitz vereinzelt Grieß für mehr Bindung, anderswo Rosinen – manchmal in Rum eingelegt. Was überall gleich blieb: das Gericht auf dem Teller, goldbraun und duftend, dazu ein Löffel Apfelmus.
Heute erleben Quarkkeulchen ihr verdientes Comeback – als ehrliche Hausmannskost, die zeigt, wie aus simplen Zutaten echtes Soulfood entsteht. Und in der Kartoffelwerkstatt dürfen sie natürlich nicht fehlen.
Inhaltsverzeichnis
- Die Geschichte der Quarkkeulchen – Ein Klassiker mit Wurzeln
- Erdbeer-Rhabarber-Kompott
- Zutaten für die Nougat-Quarkkeulchen
- Zubereitung
- Rezept Download
- Tipps & Variationen
- Weitere süße Rezepte mit Kartoffeln
Der Bauernstand in Schlatt hat mich heute mit den süßesten Erdbeeren der Saison nach Hause geschickt – und der Rhabarber im Garten hat ohnehin schon die ganze Woche gewartet. Die passende Beilage? Natürlich meine Nougatquarkkeulchen. Kaum hatte ich angefangen, kamen die Ideen wie immer von ganz alleine.
Erdbeer-Rhabarber-Kompott
Das Erdbeer-Rhabarber-Kompott habe ich zubereitet, während die Kartoffeln kochten. Dafür 350 g Erdbeeren und 350 g Rhabarber waschen, putzen und klein schneiden. Zuerst 150 g Zucker mit etwas Wasser in einen Topf geben und den Zucker auflösen. Danach den Rhabarber hinzugeben und 1 Minute kochen. Die Erdbeeren hineingeben und nochmals 2 Minuten kochen lassen. Die Herdplatte abstellen und das Kompott durchziehen lassen. Bis ich mit allem fertig war, war das Erdbeer-Rhabarber-Kompott lauwarm und hatte die optimale Temperatur für die Nougatquarkkeulchen.



Zutaten für die Nougat-Quarkkeulchen
- 300 g Kartoffeln, gekocht und abgekühlt
- 250 g Quark
- 20 g Vanillezucker
- 30 g Mehl
- 1 Eigelb
- Nougat zum füllen
- ca. 100 g Pankopaniermehl
- Sonnenblumenöl zum ausbacken
- Erdbeer-Rhabarber-Kompott
Zubereitung
Die gekochten Kartoffeln durch eine Kartoffelpresse geben. Das geht mit ungeschälten Kartoffeln sehr gut, denn die Schale bleibt in der Kartoffelpresse. Dann Quark, Vanillezucker, Mehl und Eigelb hinzugeben und alles zu einem homogenen Teig verarbeiten.
Die Kartoffelmasse in leicht angefeuchtete Hände geben und zu einer Kugel formen, in der Mitte eine Kuhle eindrücken und etwas Nougat hineingeben. Die Masse nun zu einem runden Quarkkäulchen formen und flach drücken. Zum Schluß in Pankopaniermehl wenden.
Eine Pfanne mit Sonnenblumenöl erhitzen und die Nougatquarkkäulchen darin ausbacken. Auf einen Teller mit dem Erdbeer-Rhabarber-Kompott anrichten und genießen.
Rezept Download
Rezept Nougat-QuarkkeulchenTipps & Variationen
- Klassisch: Wer mag, gibt eine Handvoll Rosinen in den Teig – so kennt man Quarkkeulchen traditionell aus der sächsischen Küche.
- Frucht-Variationen: Das Kompott lässt sich wunderbar mit Kirschen, Pflaumen oder Himbeeren abwandeln – je nach Saison.
- Nougat-Alternative: Statt Nougat eignen sich auch ein Stück Marzipan oder etwas Erdnussbutter als Füllung.
- Panierung: Wer kein Pankomehl zur Hand hat, kann auch normales Semmelbrösel verwenden – die Kruste wird etwas feiner, aber ebenso knusprig.
- Vorbereiten: Den Teig kannst du bis zu einem Tag im Voraus zubereiten und im Kühlschrank aufbewahren.
- Backen statt Frittieren: Für eine leichtere Version die Keulchen auf einem Backblech bei 200 °C (Umluft) ca. 20 Minuten goldbraun backen.
Weitere süße Rezepte mit Kartoffeln
Habt ihr das Rezept ausprobiert? Ich freue mich riesig über euer Feedback in den Kommentaren! Zeigt mir eure Ergebnisse gerne auf Instagram und markiert die Kartoffelwerkstatt – ich bin schon gespannt auf eure Variationen.
Lasst es Euch schmecken!
Eure Dani
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Werden die Käulchen nicht vorher wie Knödel abgekocht?
Hallo, nein das braucht man nicht, weil die Kartoffeln ja schon gekocht wurden. Du verarbeitest gekochte Kartoffeln für den Teig. Die Hitze bekommen sie dann durch das Braten. 😋Liebe Grüße