Bärlauch‑Kartoffelpüree – allein das Wort ruft den Duft des Frühlings hervor. Wenn im Wald die Luft nach Knoblauch und feuchter Erde riecht, beginnt für mich die schönste Kochzeit des Jahres. Zwischen frischem Grün und warmem Sonnenlicht entstehen Gerichte, die Bodenständigkeit und Leichtigkeit zugleich vereinen.
Die kräftigen Wildbratwürste Thüringer Art sind von unseren heimischen Jägern, das cremige Püree bringt das erste sprießende Leben in die Küche. Und wenn dann noch ein leuchtend roter Rote‑Bete‑Apfel‑Salat seine Farbe auf den Teller zaubert, schmeckt alles nach Neubeginn – nach Frühling aus dem Wald.
Frühling trifft Waldküche
Wenn im Frühling der Wald erwacht, zieht es mich jedes Jahr hinaus zwischen feuchte Erde und junges Grün. Die Luft riecht nach Leben – und nach Bärlauch, diesem wilden, leuchtend grünen Kraut, das den Waldboden in ein duftendes Meer verwandelt. Vormittage im Wald gehören für mich zu den besten Momenten des Jahres: das Vogelgezwitscher über mir, die ersten warmen Sonnenstrahlen zwischen den Bäumen, das feine Aroma nach frischem Knoblauch in der Luft.
Während ich Blätter für mein nächstes Gericht pflücke, kommt mir meist schon die nächste Rezeptidee. Der Bärlauch ist für mich so viel mehr als eine Zutat – er ist Inspiration, Auszeit und Energiequelle zugleich. Ob im Pesto, im frisch gebackenen Brot oder wie hier als samtiges Bärlauch-Kartoffelpüree: seine Vielseitigkeit überrascht mich immer wieder. Und genau deshalb gehört diese Zeit im Jahr fest zu meiner persönlichen Waldküche – eine Verbindung von Natur, Aromen und Ruhe.

Inhaltsverzeichnis
- Frühling trifft Waldküche
- Waldzutaten & heimische Jagd
- Zutaten
- Servieren
- Rezept Download
- Tipps
- Weitere Gerichte mit Püree
Waldzutaten & heimische Jagd
Rund um unser kleines Dorf prägen vor allem Felder, Lichtungen und Hecken das Landschaftsbild – ideales Revier für Niederwild wie Hase und Fasan. Im nahegelegenen Biegener Wald dagegen lebt auch das Hochwild: Rehe und Wildschweine. Diese Vielfalt spiegelt sich nicht nur in der Natur, sondern auch in meiner Küche wider.
Vor einiger Zeit war ich mit unserem Waldhüter unterwegs. Bei diesem Spaziergang durch den Biengenerwald erzählte er viel über den Baumbestand, die Veränderungen durch das Klima und wie sich der Wald langsam anpasst. Besonders schön war zu hören, dass sich der Hasenbestand wieder erholt, während die Füchse inzwischen seltener werden. Solche Geschichten machen für mich das Kochen mit Wild noch bedeutungsvoller – man schmeckt die Region, ihre Kreisläufe, ihre Zeit.
Wenn ich mit diesen Eindrücken nach Hause komme, ist es oft genau das, was in meiner Küche landet: ehrliche Zutaten aus der Umgebung, vereint mit allem, was die Jahreszeit hervorbringt – wie hier das aromatische Bärlauch-Kartoffelpüree und herzhaft gebratene Wildbratwürste.



Zutaten
Für 4 Personen
Für das Kartoffel-Bärlauch-Püree
- 600 g mehlige Kartoffeln
- 1 Bund frischer Bärlauch
- 150 ml Milch
- 40 g Butter
- Salz & Muskatnuss
- 8 Wildbratwürste (nach Thüringer Art)
- 1 EL Öl zum Braten
Für den Rote-Bete-Apfel-Salat
- 4 gekochte Rote Bete
- 50g Walnüsse, angeröstet
- 40g Dörrpflaumen
- 1 Apfel (säuerlich, z. B. Elstar)
- 1 TL Honig
- 2 EL Apfelessig
- 1 EL Öl, Salz, Pfeffer
Zubereitung
- Für das Püree zunächst die Kartoffeln schälen, waschen, halbieren und in einen Topf geben. Anschließend mit Salzwasser auffüllen, so dass die Kartoffeln bedeckt sind und bei mittlerer Hitze etwa 20-25 Minuten garen.
- Währenddessen den Bärlauch verlesen, die langen Stiele entfernen und die Blätter waschen. Anschließend in einem Sieb unter kaltem Wasser waschen und gut abtropfen lassen.
- Den abgetropften Bärlauch grob zerschneiden und in ein hohes Gefäß geben. Die Milch hinzufügen und beides mit einem Schneidstab fein pürieren.
- Sobald die Kartoffeln gar sind, abgießen und kurz ausdämpfen lassen. Im Topf mit einem Kartoffelstamper fein zerdrücken und dabei die Butter und das Salz unterarbeiten.
- Zuletzt das Bärlauch-Püree zu den Kartoffeln geben, alles gut miteinander vermischen und das Bärlauch-Kartoffelpüree sofort servieren.
- Würste: Wildbratwürste in einer Pfanne goldbraun braten, warmhalten.
- Salat: Rote Bete und Apfel in feine Streifen hobeln, Dörrpflaumen und geröstete Walnüsse kleinschneiden, zu den Rote Beete mit Apfelstiften und mit Honig, Essig, Öl, Salz und Pfeffer abschmecken.
Servieren
Einen großzügigen Klecks Bärlauch-Kartoffelpüree mittig anrichten, darauf die heißen Wildbratwürste, mit kleinen Butterflöckchen toppen. Den Rote-Bete-Apfel-Salat separat oder als farbigen Akzent seitlich auf den Teller setzen. Frische Bärlauchstreifen darüber streuen und sofort servieren.
Rezept Download
Rezept Bärlauch-Kartoffelpüree_Wildbratwürste_Rote-Beete-Salat
Tipps
- Statt Wildbratwurst funktioniert auch Reh- oder Hirschrücken kurzgebraten.
- Das Bärlauchpüree lässt sich auch wunderbar zu Fisch oder Pilzen servieren.
- Wer’s leichter mag, ersetzt einen Teil der Butter durch Frischkäse.
- Die Rote Bete kannst du roh statt gekocht verwenden – das bringt mehr Biss.

Weitere Gerichte mit Püree
Wenn du cremige Beilagen liebst, probiere auch:
- IRISH CHAMP REZEPT – Irisches Kartoffelpüree mit Frühlingszwiebeln
- KÖSTLICHES SCHMORFLEISCH à la ROULADE | KARTOFFELPÜREE
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Wenn ich nach einem Vormittag im Wald mit kalten Händen, aber warmem Herzen nach Hause komme, ist die Küche mein Lieblingsort. Dann wandert der frische Bärlauch direkt vom Korb auf den Teller, und der Duft füllt das Haus – grün, würzig, lebendig. Solche Gerichte erinnern mich daran, wie nah Genuss und Natur beieinander liegen.
Das Bärlauch-Kartoffelpüree mit Wildbratwürsten ist für mich mehr als nur ein Essen – es ist ein Stück Frühling, ein bisschen Heimat und ein Moment ganz bei mir. Jedes Jahr wieder freue ich mich auf diese Zeit: auf das Sammeln, das Brutzeln in der Pfanne, das erste satte Grün auf dem Teller. Es ist die einfache Freude, die mich immer wieder zurück in die Küche und hinaus in den Wald zieht.
Viel Spaß beim Ausprobieren!
Eure Dani
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