Geflügelfond selber machen: Die perfekte Basis für Saucen, Eintöpfe und feine Kartoffelgerichte

Gefügelfond

Geflügelfond selber machen gehört für mich in der Küche einfach zum echten Handwerk dazu. Wenn am Wochenende der große Topf auf dem Herd steht und stundenlang leise vor sich hin simmert, zieht ein Duft durch das Haus, der sofort Gemütlichkeit verbreitet. Für mich ist diese Küchenroutine pure Entspannung. Und das Beste daran: Ein selbstgemachter Fond schmeckt um Welten intensiver und ehrlicher als jeder gekaufte Brühwürfel. Er ist das flüssige Gold, das guten Gerichten Tiefe und Charakter verleiht.

Inhaltsverzeichnis

Die große Fond-Reihe der Kartoffelwerkstatt Dieser Beitrag ist Teil meiner Serie über die handgemachten Grundlagen der Küche. Denn eine kräftige Basis ist das halbe Rezept! Entdecke hier auch die anderen Teile der Reihe:

  • Teil 1: Geflügelfond selber machen (hier liest du gerade)
  • Teil 2: Gemüsefond selbst herstellen – Frisch, klar und vielseitig
  • Teil 3: Rinderfond kochen – Kräftiges Aroma für tiefe Saucen
  • Teil 4: Kartoffelfond selbstgemacht: Das Kartoffelwerkstatt-Spezial. Die oft unterschätzte Geheimwaffe voller natürlicher Stärke. Perfekt, um vegetarische Saucen sämig zu binden, Suppen Tiefe zu verleihen oder um feine Kartoffelgerichte im eigenen Geschmack zu vollenden.

Egal, ob du eine samtige Sauce ansetzen, einen deftigen Eintopf verfeinern oder deinen feinen Kartoffelgerichten den letzten Schliff geben möchtest – mit diesem Rezept gelingt dir die perfekte Basis. Ich zeige dir Schritt für Schritt, wie du Geflügelfond ganz einfach selber machen kannst und warum mein kleiner Geheimtipp mit dem Bauchspeck den feinen Unterschied macht.

Die wichtigsten Zutaten: Was gehört in einen echten Geflügelfond?

Für ein perfektes Ergebnis kommt es auf die richtige Auswahl und die Qualität der Zutaten an. Es ist wie bei jedem guten Handwerk: Nur mit gutem Material entsteht ein Meisterstück.

  • Die Geflügelknochen: Ich verwende am liebsten eine Mischung aus Hühnerkarkassen, Flügeln und Hälsen. Sie enthalten viel Kollagen, das dem Fond später seine wunderbare, leicht sämige Konsistenz gibt. Wenn du das nächste Mal ein ganzes Hühnchen zubereitest, friere die Karkassen einfach im Gefrierbeutel ein, bis du genug für einen großen Topf gesammelt hast.
  • Das Röstgemüse (Mirepoix): Karotten, Sellerie und Lauch sind die klassischen Begleiter. Sie bringen Süße, Tiefe und eine schöne Farbe in die Brühe.
  • Die Gewürze: Klassisch arbeiten wir mit Lorbeerblättern, Piment, Wacholderbeeren, schwarzen Pfefferkörnern und frischen Kräutern wie Thymian und Petersilienstängeln. Sie runden das Aroma harmonisch ab, ohne das Geflügel zu übertönen.

Mein Geheimtipp für den extra Geschmack: Der Bauchspeck

Jetzt kommen wir zu meinem persönlichen Highlight, das diesen Fond so besonders macht: ein gutes Stück roher Bauchspeck.

Wenn die Brühe angesetzt ist, gebe ich ein dickes Stück Bauchspeck in den Fond hinein. Warum? Der Speck bringt eine herzhafte Tiefe in den Geflügelfond. Es ist genau diese kleine Nuance, die dem Fond hinterher in deinen Saucen oder Suppen das gewisse Etwas verleiht.

Vielseitig einsetzbar: Wofür ich meine Geflügelbrühe verwende

Was ich an selbstgemachter Brühe so liebe? Sie ist ein echter Küchenheld. Ich verwende meine Geflügelbrühe fast täglich – manchmal als heimlicher Star im Gericht, manchmal als aromatische Grundlage, die den Unterschied macht.

Ein paar meiner liebsten Einsatzzwecke:

  • Für Suppen & Eintöpfe: Klarer Klassiker. Ob eine schnelle Hühnersuppe mit Nudeln oder eine asiatisch angehauchte Pho – mit der Brühe steht die Basis schon.
  • Zum Ablöschen von Saucen: Statt Wasser oder Wein nehme ich gern einen Schuss Brühe. Gibt direkt mehr Tiefe.
  • Für Risotto: Wer einmal Risotto mit echter Brühe gemacht hat, weiß: Das ist kein Vergleich zu Wasser mit Brühwürfeln.
  • Für Schmorgerichte & Braten: Gibt Soßen Körper und Geschmack.
  • Für Beilagen: Ich gare Couscous oder Reis gern in Brühe – das hebt einfache Beilagen auf ein ganz neues Level.

Und manchmal trinke ich auch einfach nur eine Tasse heiße Brühe, wenn’s draußen kalt ist oder ich das Gefühl habe, mein Immunsystem freut sich über ein bisschen Soulfood. Und auch mein Hund freut sich immer über einen Schluck im Futter, und auch wenn es Ihr mal nicht gut geht bekommt sie einen Napf voll, was auch immer hilft.

Gefügelfond

Geflügelfond selber machen: Die perfekte Basis für Saucen, Eintöpfe und feine Kartoffelgerichte

Gericht Selbstgemachtes
Küche Vorratskeller

Kochutensilien

  • 1 großen Topf (ich nutze einen 9 Liter Topf)

Zutaten

  • 1 Suppenhuhn
  • 1 dicke Scheibe Bauchspeck optional
  • 2 Karotten
  • 1 Stange Stangensellerie
  • 120 g Sellerie
  • 1/2 Stange Lauch
  • 1 große Zwiebel
  • 1 Zweig Thymian
  • Gewürznelke & Lorbeerblatt
  • 1 Tl Salz

Anleitungen

  • Einen großen Topf mit Wasser füllen und zum Kochen bringen. Inzwischen das Suppenhuhn unter kaltem Wasser gut abspülen und sichtbares Fett entfernen. Dann das Suppenhuhn ins Wasser hineingeben und kurz blanchieren. Wieder herausnehmen, in ein Sieb geben und mit Wasser abbrausen. Das Suppenhuhn in einen frischen Topf wieder hineingeben und mit kaltem Wasser bedecken.
  • Das Salz in das Wasser hineingeben und den Topf langsam zum Kochen bringen. Es ist absolut wichtig: Das der Fond nicht stark sprudelnd kocht. Zu keinem Zeitpunkt!!
  • Das ganze circa eine Stunde köcheln lassen und dabei den Schaum, der sich oben absetzt, immer wieder abschöpfen.
  • Die Zwiebel in große, dicke Scheiben schneiden und in einer Pfanne braun anrösten. Anschließend die Zwiebeln, das Gemüse und das Bouquet in den Fond geben und weitere 2 Stunden leise köcheln lassen.
  • Den Fond durch ein feinmaschiges Sieb in einen anderen Topf passieren. Gut abkühlen lassen und die Fettschicht, die sich oben absetzt abnehmen vor dem nächsten Erwärmen.
  • Wenn der Fond trüb ist dann 2-3 Eier trennen und das Eiweiß anschlagen. Dann in den Fond geben und warten bis das Eiweiß aufsteigt. Dabei bindet es die Trübstoffe und nimmt sie beim Aufstieg mit nach oben. Das Eiweiß abschöpfen und nochmals durch ein feines Sieb geben.
  • Der Fond kann nach dem Abkühlen portionsweise eingefroren oder im Kühlschrank circa 1 Woche aufbewahrt werden.

Rezept Download

Rezept Geflügelfond

Jetzt bist du dran: Schnapp dir den größten Topf in deiner Küche und probiere es selbst aus! Lass mich unbedingt in den Kommentaren wissen, wie dir der Kniff mit dem Bauchspeck geschmeckt hat, oder teile dein fertiges Werkstatt-Ergebnis mit mir auf Instagram unter dem Hashtag #kartoffelwerkstatt. Ich bin gespannt auf deine Kreationen und wünsche dir viel Freude beim Nachkochen und Genießen!

Eure Dani

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9 Kommentare

  1. […] Topf mit auf dem Herd und koche einen Fond/Brühe auf Vorrat. Auch einen Rinderfond und einen Geflügelfond findet Ihr bereits in meinem Rezepte Archiv. Wer keinen Keller hat sollte sich unbedingt eine […]

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