Außen ein hauchdünner Nudelteig, innen eine herrlich würzige Füllung aus besten Kartoffeln: Osttiroler Schlipfkrapfen sind die Krönung der alpinen Hausmannskost. Doch wie bekommt man die Füllung so geschmeidig und den Rand so perfekt verschlossen? In diesem Beitrag zeige ich dir das Originalrezept und erkläre dir, warum die Wahl der richtigen Kartoffelsorte über den Erfolg deiner Schlipfkrapfen entscheidet.

Inhaltsverzeichnis
- Ein Stück Osttirol auf dem Teller: Tradition, die man schmeckt
- Die Seele der Füllung – Welche Kartoffel für Schlipfkrapfen?
- Rezept Osttiroler Schlipfkrapfen
- Rezept Download
- Kartoffelanbau in den Alpen – Gold aus der Erde
- Meine Highlights in Osttirol
- Weitere Rezepte aus den Alpen & Dolomiten
Ein Stück Osttirol auf dem Teller: Tradition, die man schmeckt
Osttirol, eingebettet zwischen den imposanten Gipfeln der Hohen Tauern und den Dolomiten, ist ein Paradies für alle, die das Echte suchen. Fernab vom Massentourismus verbinden sich hier beeindruckende Bergwelten mit einer tief verwurzelten kulinarischen Tradition. Die Osttiroler Küche ist wie die Region selbst: herzhaft, bodenständig und ehrlich.
Im Zentrum dieser alpinen Genusskultur steht ein Gericht ganz besonders: die Osttiroler Schlipfkrapfen. Diese halbmondförmigen Teigtaschen sind das Herzstück der regionalen Kulinarik. Meist mit einer feinen Füllung aus Kartoffeln, Topfen und frischen Kräutern zubereitet, entfalten sie ihr volles Aroma klassisch in brauner Butter und mit reichlich Schnittlauch garniert.
Doch die Region hat noch mehr zu bieten:
- Tiroler Gröstl: Eine deftige Pfannenspezialität aus Kartoffeln, Fleisch und Zwiebeln.
- Osttiroler Kiachl: In Fett ausgebackene Hefeteigfladen, die sowohl süß als auch pikant begeistern.
- Melchermuas: Ein nahrhaftes Relikt aus der Zeit der Senner, zubereitet aus Mehl, Milch und guter Butter.
All diese Speisen spiegeln den Einfallsreichtum der Osttiroler wider – eine Küche, die aus einfachen, regionalen Zutaten wie der Kartoffel wahre Meisterwerke zaubert.






Die Seele der Füllung – Welche Kartoffel für Schlipfkrapfen?
Das Geheimnis eines perfekten Schlipfkrapfens liegt in der Textur der Füllung: Sie muss cremig und kompakt zugleich sein, darf aber keinesfalls wässrig wirken. Deshalb ist die Sortenwahl entscheidend.
Für die klassische Füllung empfehle ich mehligkochende Kartoffeln (z. B. Sorten wie Agria oder Adretta). Diese haben einen höheren Stärkegehalt, wodurch die Masse nach dem Stampfen wunderbar bindet und die Aromen von Topfen und Kräutern perfekt aufnimmt. Wer es etwas fester mag, kann auch zu vorwiegend festkochenden Sorten greifen, sollte dann aber darauf achten, die Kartoffeln sehr fein zu pressen, damit die Teigtaschen beim Formen keine Risse bekommen.
Rezept Osttiroler Schlipfkrapfen

Schlipfkrapfen selber machen: So gelingt die Osttiroler Spezialität perfekt
Zutaten
Zutaten Teig
- 100 g Doppelgriffiges Mehl
- 100 g Mehl Typ 405
- 1 Ei
- 1 EL Olivenöl
- 50 ml kaltes Wasser
- Salz
Zutaten Füllung
- 250 g gekochte Kartoffeln
- 1 kleine Zwiebel
- 2 El Butter
- 100 g braune Butter
- 1 El Schnittlauch
- etwas gehackte Petersilie
- geriebener Parmesan
Anleitungen
- Für den Teig griffiges und glattes Mehl miteinander versieben. Alle Zutaten zu einem Teig kneten, in ein Bienenwachstuch wickeln und 30 Minuten ruhen lassen.
- Für die Füllung Zwiebel in Butter weich schmoren. Mit den geschälten und gepressten Kartoffeln, Schnittlauch und Petersilie vermischen, mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken.
- Den Teig zirka 1 mm dünn ausrollen und Scheiben ausstechen (zirka 9 cm Durchmesser). Mit viel Füllung belegen, „zusammenpitschen“ (= zusammenklappen) und an den Rändern leicht andrücken.
- Die Schlipfkrapfen in Salzwasser etwa 6 Minuten kochen. Herausnehmen, in brauner Butter schwenken, mit Parmesan und Schnittlauch bestreuen.
Rezept Download
Rezept Osttiroler Schlipfkrapfen



Kartoffelanbau in den Alpen – Gold aus der Erde
Auch wenn wir uns heute dem Osttiroler Rezept widmen, lohnt ein Blick über die Grenze nach Südtirol, wo der Kartoffelanbau eine lange und stolze Tradition hat. Besonders in Hochlagen wie dem Pustertal findet die Knolle ideale Bedingungen vor:
- Höhenlage & Klima: Durch die kühlen Nächte und die intensiven Sonnentage in den Bergen wachsen die Kartoffeln langsamer. Das führt zu einer besonders feinen Zellstruktur und einem intensiven, fast nussigen Aroma.
- Qualität statt Quantität: Der Anbau in Südtirol ist oft kleinstrukturiert. Viele Bergbauern setzen auf Handarbeit und nachhaltige Bewirtschaftung, was die Südtiroler Kartoffel zu einem echten Premiumprodukt macht.
- Spezialitäten: Bekannt ist vor allem die „Pustertaler Kartoffel“. Sie ist nicht nur ein Grundnahrungsmittel, sondern Kulturgut und die Basis für unzählige Rezepte, die den alpinen Raum so einzigartig machen.
Tipp aus der Kartoffelwerkstatt: Achte beim Kauf darauf, regionale Kartoffeln vom Bauern zu beziehen. Der Unterschied im Stärkegehalt und Geschmack zu industrieller Lagerware ist bei Schlipfkrapfen deutlich spürbar!
Wenn Du das wandern in den Alpen und Dolomiten genauso liebst wie ich und gerade etwas Fernweh spürst, dann koche dir doch etwas leckeres. Auf meinem Blog findest Du weitere Rezepte.
Meine Highlights in Osttirol
1. Großglockner & Großvenediger
Zwei der höchsten Berge Österreichs – majestätisch und beeindruckend. Ideal für Bergsteiger, aber auch für alle, die den Ausblick genießen möchten, z. B. von der Franz-Josefs-Höhe oder bei einer Wanderung im Nationalpark.
2. Umbalfälle im Nationalpark Hohe Tauern
Ein echtes Naturschauspiel: Gletscherwasser stürzt tosend über Felsen – auf dem NaturKraftWeg kannst du sie hautnah erleben.
3. Osttiroler Almen & Hütten
Traditionell bewirtschaftete Almen wie die Compedal Alm, Stabanthütte oder Zettersfeld bieten nicht nur herzhafte Kost wie Almkäse und Schlipfkrapfen, sondern auch herrliche Ausblicke und authentische Begegnungen.
4. Schloss Bruck in Lienz
Kultur trifft Geschichte: Das mittelalterliche Schloss mit Blick über Lienz beherbergt heute ein Museum mit Werken von Albin Egger-Lienz und wechselnden Ausstellungen.
5. Innergschlöss – „Schönster Talschluss der Alpen“
Ein traumhaftes Hochtal am Fuße des Großvenedigers – mit Almhütten, Kapellen und dem Gletscher direkt im Blick. Perfekt für gemütliche Wanderungen und Fotomotive.
6. Iseltalradweg
Ein familienfreundlicher Radweg entlang des letzten frei fließenden Gletscherflusses der Alpen – von Lienz bis zum Talschluss bei Matrei.
7. Gelebte Tradition & Feste
Ob Krampusläufe im Winter, Almabtrieb im Herbst oder Osttiroler Handwerksmärkte – hier wird Brauchtum nicht inszeniert, sondern authentisch gelebt.
Osttirol ist kein Ort zum Durchreisen – es ist ein Ort zum Ankommen, zum Durchatmen und zum Wiederkommen.
Weitere Rezepte aus den Alpen & Dolomiten
KARTOFFEL-SPARGELGRÖSTEL MIT SCHWEINEFILET
SÜDTIROL – Apfelernte, leckeres Essen und viele Wanderwege
SÜDTIROL – Speck, Schüttelbrot und der Ortler
SÜDTIROL – Madritschjoch & Graupensuppe
Und das polnische Pardon zu diesem Rezept sind die Polnischen Piroggen, auch dazu findest Du bereits ein Rezept auf meinem Blog. Schau gern mal vorbei. Polnische Piroggen
Hol dir die Berge in deine Küche
Schlipfkrapfen sind mehr als nur ein Rezept – sie sind ein Stück alpines Lebensgefühl. Auch wenn das Rändeln am Anfang vielleicht ein wenig Übung erfordert, belohnt dich der erste Bissen in die dampfenden, in Butter schwenkenden Teigtaschen für jede Mühe. Es ist das perfekte Gericht, um zu zeigen, wie viel Magie in einer einfachen Kartoffel stecken kann.
Jetzt bist du dran: Schnapp dir eine Schürze, such dir die besten mehligkochenden Kartoffeln aus und probier es aus! Ich bin gespannt, wie dir deine ersten selbstgemachten Schlipfkrapfen gelingen.
Hast du das Rezept ausprobiert oder hast du vielleicht sogar ein Familiengeheimnis für die perfekte Füllung? Schreib es mir gerne in die Kommentare oder verlinke die Kartoffelwerkstatt auf Social Media.
Gutes Gelingen und – wie man in Tirol sagt – An Guatn!
Eure Dani
Ein kleiner Klick für dich, ein großes Lächeln für mich.
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