Klassische Reibekuchen Rezept wie von Oma – mit weihnachtlichem Bratapfelmus

Kartoffelpuffer mit Bratapfelmus, zur Dekoration das süße Bowl Topping von justspices mit einer tollen rosanen Farbe

Du suchst das perfekte Reibekuchen Rezept für die gemütliche Jahreszeit? Wenn es draußen ungemütlich wird, gibt es kaum etwas Besseres, als den Duft von frisch gebackenen Reibekuchen, die in der Pfanne goldgelb brutzeln, kombiniert mit der fruchtigen Süße von selbstgemachtem Bratapfelmus – für mich das ultimative Soulfood und pure kulinarische Geborgenheit.

Der Übergang vom nasskalten November in den Dezember ist oft etwas müßig, denn das trübe Grau drückt einfach immer ein bisschen auf die Stimmung. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, sich in solchen Zeiten bewusst zu verwöhnen. Und was passt da besser als gebratene Reibekuchen, die wir noch aus unseren Kindertagen kennen und die sicher jeder von uns gerne gegessen hat? Auch auf den Weihnachtsmärkten sind sie Jahr für Jahr ein absoluter Magnet. Nach den kalten Wintermonaten freuen wir uns doch alle ganz besonders auf diese magische, lichtererfüllte Zeit.

Erinnerungen an gemütliche Traditionen und weihnachtliche Düfte

Um mich so richtig auf die Weihnachtszeit einzustimmen, habe ich am Wochenende angefangen, unser Haus festlich zu dekorieren. Während ich die Lichterketten arrangierte, musste ich unwillkürlich über die vielen Gerüche nachdenken, die mich durch mein Leben begleiten. Die Düfte, die mich schon in meiner Kindheit umhüllten, und die heutigen, die neu dazugekommen sind. Wie wunderschön ist es, dass die alten Erinnerungen aus der Kindheit durch diese Gerüche sofort wieder lebendig werden!

In meiner Kindheit auf dem Land begann die Vorbereitung auf Weihnachten schon im Oktober. Meine Oma hat einen ausgezeichneten Weihnachtsstollen gebacken, und um diesen Backtag herum gab es feste Rituale und strikte Abläufe.

Das Geheimnis der Stollen-Tradition aus meiner Kindheit

Zuerst mussten alle Backzutaten von allen Familienmitgliedern besorgt werden, denn meine Oma hat nicht nur ein oder zwei Stollen gebacken, sondern gleich 20 bis 30 Stück auf einmal! In der früheren DDR war es leider alles andere als einfach, alle besonderen Zutaten wie Orangeat, Zitronat oder Mandeln zu bekommen. Deswegen musste jeder im Alltag die Augen offen halten: Wenn es irgendwo etwas gab, wurde es sofort gekauft. Die Schätze wurden dann stolz zur Oma gebracht, bis sie irgendwann „Stopp“ sagte, weil die Menge ausreichend war.

Der eigentliche Backtag wurde von ihr minutiös geplant. Am Tag davor wurden alle Familienmitglieder zum Mandelschälen bestellt. So saßen wir alle zusammen in der gemütlichen Küche und haben nach dem Blanchieren den Mandeln die braune Haut abgezogen. Wenn alle Vorbereitungen abgeschlossen waren, kamen die kostbaren Zutaten in einen großen, ovalen Holzzuber mit Deckel. Meine Oma zog dann mit ihrem Wagen los zum Bäcker im Dorf. Ab der Backstuben-Tür war alles streng geheim – niemand außer meiner Oma durfte hinein. Zusammen mit dem Bäcker hat sie den schweren Hefeteig geknetet, die Stollen von Hand geformt und gebacken. Erst am Abend kehrte sie zurück und brachte den Holzzuber voll mit herrlich duftenden, frisch gebackenen Stollen nach Hause.

Diese Prachtstücke kamen nun in ihren kühlen Keller und wurden im Holzzuber sorgfältig in Leinentücher eingeschlagen. Oma mahnte uns immer zur Geduld und sagte: „Jetzt müssen sie gut durchziehen, damit sie an Weihnachten richtig schmecken!“ Und so warteten alle sehnsüchtig auf den ersten Advent. Erst dann schmolz meine Oma Butter in einem kleinen Topf, bestrich den Stollen mehrmals großzügig damit und bestäubte ihn mit einer dicken Schicht Puderzucker. Wenn dann der Kaffee frisch gebrüht war und sie den Stollen anschnitt – das war der Moment, auf den sich die ganze Familie wochenlang gefreut hatte.

Auch wenn schon so viele Jahre vergangen sind, werde ich diese Gerüche nie vergessen. Sie sind fest in meinen Erinnerungen verankert. Den Stollen exakt so nachzubacken, habe ich leider nie geschafft. Niemand aus der Familie besitzt das Originalrezept – dieses wertvolle Wissen hat sie damals leider mitgenommen.

Wie verändern sich unsere Traditionen im Hier und Jetzt?

Aber in jeder Lebensphase kommen neue Gerüche und neue Erinnerungen dazu. Heute liebe ich den tiefen, warmen Bratapfelgeruch in meinem eigenen Zuhause – den Duft von reifen Äpfeln, Zimt, Marzipan und Orangen. Wenn dazu das Holz in unserem Kaminofen gemütlich knistert, die Duftkerzen langsam abbrennen und aus meinem hölzernen Räuchermann aus dem Erzgebirge der Rauch aufsteigt, ist das mein persönliches Winterglück. Es ist ein wunderschönes Gefühl, wie alte Erinnerungen, traditionelle Gerüche und die Gegenwart im Hier und Jetzt verschmelzen und neue Traditionen für die Menschen schaffen, die heute in meinem Leben sind.

Bevor es jetzt aber zu sentimental wird, widmen wir uns der Kulinarik! Kommen wir zu der Frage, wie man die perfekten, knusprigen Reibekuchen zubereitet und welches die Geheimnisse hinter dem perfekten Ergebnis sind.

Reibekuchen oder Kartoffelpuffer? Ein Blick in die Regionen

Bevor wir den Kochlöffel schwingen, lasst uns einen kurzen Blick auf ein spannendes Thema werfen: Reibekuchen welche Kartoffeln verwendet man und wie heißt das Gericht überhaupt? Da meine Familie seit Generationen einen landwirtschaftlichen Betrieb führt und wir Kartoffeln selbst anbauen, liegt mir dieses Thema besonders am Herzen. Für das perfekte Gelingen solltet ihr unbedingt zu vorwiegend festkochenden Kartoffeln greifen. Sie enthalten genau das richtige Verhältnis von Stärke zu Feuchtigkeit, damit die Puffer in der Pfanne stabil bleiben und außen maximal kross werden.

Interessant ist auch, wie unterschiedlich das Gericht genannt wird: In meiner Heimat im Süden sagt man traditionell auch gern mal Grumbeerekiechle. Im Westen Deutschlands, vor allem im Rheinland, ist der Begriff Reibekuchen oder Reibeplätzchen der absolute Standard. Suchst du im Norden oder Osten nach diesem Seelenschmeichler, wirst du meistens das Wort Kartoffelpuffer oder Kartoffelpfannkuchen lesen, während man in Franken sehnsüchtig nach Baggers Ausschau hält. Egal unter welchem Namen: Schmecken tun sie überall fantastisch!

Wie macht man Reibekuchen? Das knusprige Reibekuchen Grundrezept

Wenn es um die Zubereitung geht, ist ein ehrliches Reibekuchen Rezept original wie von Oma durch nichts zu ersetzen. Das Geheimnis für die perfekte Knusprigkeit liegt vor allem darin, den geraspelten Kartoffeln nach dem Reiben mithilfe eines Musselintuchs so viel Flüssigkeit wie nur möglich zu entziehen. Je trockener die Masse in die Pfanne kommt, desto krosser wird das Ergebnis. Zudem sollte der Teig nach dem Salzen zügig im heißen Butterschmalz ausgebacken werden, da das Salz sonst

Kartoffelpuffer mit Bratapfelmus, zur Dekoration das süße Bowl Topping von justspices mit einer tollen rosanen Farbe

Klassische Reibekuchen wie von Oma – mit weihnachtlichem Bratapfelmus

Ein absolut ehrliches, einfaches Reibekuchen Rezept original wie von Oma – ohne viel Schnickschnack, dafür mit Gelinggarantie. Die knusprigen, goldgelb ausgebackenen Kartoffelpuffer harmonieren perfekt mit der fruchtigen Süße eines selbstgemachten Bratapfelmuses mit feiner Marzipannote. Das ultimative Soulfood für die Weihnachtszeit!
Gericht Hauptgericht
Küche Deutsche Küche, Regionale Küche
Keyword Apfelmus, Grundrezept, Kartoffelpuffer, Reibekuchen
Vorbereitungszeit 25 Minuten
Zubereitungszeit 20 Minuten
Gesamtzeit 45 Minuten
Servings 4 Portionen
Calories 680kcal

Kochutensilien

  • Musselintuch (zum Kartoffelstifte ausdrücken)
  • Küchenmaschine zum raspeln
  • Pürierstab für das Bratapfelmus

Zutaten

Für die Reibekuchen

  • 500 g Kartoffeln vorwiegend festkochend
  • 1 frisches Ei Größe M
  • 1 gehäufter EL Weizenmehl alternativ Speisestärke
  • 1 kräftige Prise Salz
  • Reichlich Butterschmalz zum Ausbacken

Für das Bratapfelmus

  • 1,5 kg Äpfel z. B. Boskoop oder Holsteiner Cox
  • 150 g Marzipan-Rohmasse
  • 300 ml klarer Apfelsaft
  • 500 g Gelierzucker 1:1 oder 2:1 je nach gewünschter Süße
  • 1 TL gemahlener Zimt

Anleitungen

Reibekuchen zubereiten

  • Kartoffeln vorbereiten:
    Die Kartoffeln gründlich waschen und schälen. Anschließend mit einer Küchenmaschine oder einer Vierkantreibe grob raspeln (die Scheibe für kleine Stifte eignet sich perfekt).
  • Flüssigkeit entziehen:
    Die Kartoffelstifte in ein sauberes Musselintuch oder Küchentuch geben und den Saft kräftig ausdrücken. Je trockener die Masse ist, desto knuspriger wird das Ergebnis!
  • Teig mischen:
    Die ausgedrückten Kartoffelstifte in eine Schüssel geben. Das Ei, das Mehl und die Prise Salz hinzufügen und zügig gut durchmischen. Da das Salz schnell Wasser zieht, den Teig sofort verarbeiten.
  • Goldgelb ausbacken:
    Eine Pfanne großzügig mit Butterschmalz bei mittlerer bis hoher Hitze erhitzen. Die Kartoffelmasse portionsweise hineingeben, flach drücken und von beiden Seiten goldgelb und kross ausbacken. Auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Bratapfelmus zubereiten

  • Marzipan vorbereiten:
    Die Marzipan-Rohmasse in kleine Würfel schneiden und in der Hälfte des Apfelsaftes (150 ml) einweichen lassen.
  • Äpfel kochen:
    Die Äpfel schälen, vierteln, entkernen und in Stücke schneiden. Mit der zweiten Hälfte des Apfelsaftes in einen Topf geben und bei mittlerer Hitze weich kochen.
  • Pürieren und verfeinern:
    Die weichen Äpfel mit einem Pürierstab zu einem feinen Mus verarbeiten. Den Gelierzucker, Zimt und die eingeweichte Marzipanmasse samt restlichem Saft dazugeben und verrühren.
  • Aufkochen und abfüllen:
    Die Masse unter Rühren zum Kochen bringen und ca. 5 Minuten sprudelnd kochen lassen. Für eine extra feine Textur nochmals kurz pürieren. Das heiße Bratapfelmus sofort in sterile Gläser randvoll abfüllen und fest verschließen.
  • Anrichten:
    Die heißen Reibekuchen mit dem lauwarmen oder kalten Bratapfelmus auf einem Teller anrichten und nach Wunsch mit einer Nuss-Beeren-Mischung für den extra Crunch bestreuen.

Rezept Download

Rezept Klassische Reibekuchen mit Bratapfelmus

Tipp für lange Haltbarkeit: Bratapfelmus richtig einkochen

Wenn du das Bratapfelmus nicht nur für ein paar Wochen im Kühlschrank lagern, sondern dir einen echten Wintervorrat anlegen oder es verschenken möchtest, kannst du es ganz einfach einkochen. Durch das heiße Abfüllen zieht das Glas zwar Vakuum, aber erst durch das richtige Einkochen werden alle Keime im Glas sicher abgetötet.

So funktioniert es im Kochtopf:

  1. Die gefüllten und fest verschlossenen Gläser auf ein Küchentuch in einen großen, hohen Topf stellen (die Gläser sollten sich nach Möglichkeit nicht berühren).
  2. So viel warmes Wasser in den Topf gießen, dass die Gläser zu ca. drei Vierteln im Wasser stehen.
  3. Das Wasser zum Kochen bringen. Sobald das Wasser sprudelt, beginnt die Einkochzeit: Das Bratapfelmus für 30 Minuten bei 90 °C bis 100 °C (leicht siedend) einkochen.
  4. Die Gläser vorsichtig aus dem Wasserbad nehmen und auf einem Küchentuch vollständig abkühlen lassen (währenddessen nicht mehr bewegen oder auf den Kopf stellen).

Haltbarkeit: Nach dem Einkochen ist das Bratapfelmus an einem dunklen, kühlen Ort (z. B. im Keller oder der Speisekammer) mindestens 6 bis 12 Monate haltbar – perfekt, um auch im tiefsten Winter oder Frühling noch den Duft von Weihnachten zu genießen!

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Zum Schluss: Festlich anrichten und genießen

Zum Anrichten die frisch gebackenen, heißen Reibekuchen auf einem flachen Teller drapieren und großzügig mit dem lauwarmen oder kalten Bratapfelmus servieren. Wer mag, streut als optisches und geschmackliches Highlight noch eine feine Nuss-Beeren-Mischung über das Mus – das sorgt für den extra Crunch auf dem Teller!

Du bist auf den Geschmack gekommen, möchtest Kartoffel-Soulfood aber demnächst mal elegant und herzhaft servieren? Dann probiere unbedingt meine festlichen Kartoffelwaffeln mit Graved Lachs aus – die perfekte Idee für den Weihnachtsbrunch oder ein gemütliches Advents-Wochenende!

Ich wünsche euch einen wunderschönen startenden 01. Dezember und eine besinnliche, gemütliche Vorweihnachtszeit voller wunderbarer Düfte!

Eure Dani

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