Wenn du knuspriges Urlaubsfeeling auf den Teller zaubern willst, solltest du Fish and Chips selber machen. Der englische Streetfood-Klassiker lebt von dem Kontrast aus saftigem Fisch im luftigen Bierteig, goldgelben Pommes und einer richtig guten, cremig-würzigen Sauce. Mit den richtigen Kniffen holst du dir diesen ehrlichen Pub-Genuss ganz ohne Frust direkt in die eigene Küche.
Inhaltsverzeichnis
- Von der polnischen Ostsee auf die heimische Terrasse
- Wie im englischen Pub: Essig-Flair und das Geheimnis von Mushy Peas
- Meine liebste Variante: Dicke Pommes und cremige Sauce Tartare
- Rezept Download
- Wie isst du deine Fish and Chips am liebsten?
Von der polnischen Ostsee auf die heimische Terrasse
Die besten Fish and Chips meines Lebens habe ich kurioserweise gar nicht in England gegessen, sondern vor einigen Jahren in Polen. Wir waren dort auf einer Hochzeit eingeladen und haben auf dem Hinweg einen kleinen Zwischenstopp an der Ostsee eingelegt. Direkt am Ufer gab es diesen unscheinbaren, kleinen Imbissstand. Genau dort bekamen wir eine Portion serviert, die einfach perfekt war: heiß, unfassbar knusprig und serviert mit einem frischen Salat.
Als wir das Gericht neulich bei uns zu Hause auf der Terrasse zubereitet haben, passierte einer dieser schönen Zufälle, die das Leben schreibt: Genau der Freund, der uns damals in Polen diesen genialen Imbiss gezeigt hatte, stand plötzlich spontan vor der Tür. Er ist natürlich sofort zum Essen geblieben. Während wir den Fisch knusprig ausgebacken haben, saßen wir zusammen in der Sonne und haben alte Urlaubserinnerungen aufleben lassen. Für mich sind es genau diese unkomplizierten Momente mit Freunden, die gutes Essen ausmachen.
Damit die hausgemachten Pommes genauso perfekt werden wie an der Ostsee, gibt es übrigens einen einfachen, aber genialen Trick aus der Kartoffelwerkstatt: Das Geheimnis liegt im Wässern und Einfrieren. Durch das kalte Wasser verlieren die Kartoffelstäbchen überschüssige Stärke an der Oberfläche. Wenn du sie nach dem ersten, sanften Vorfrittieren einfrierst, bricht die Feuchtigkeit im Inneren auf. Beim zweiten, heißen Frittieren sorgt das dafür, dass sie außen maximal kross werden, während sie innen wunderbar fluffig bleiben.
Wie im englischen Pub: Essig-Flair und das Geheimnis von Mushy Peas
Wer schon einmal in Großbritannien an der Küste oder in einem traditionellen Pub saß, weiß: Fish and Chips sind dort Kulturgut. Traditionell wanderte das Gericht früher in Zeitungspapier gewickelt über die Ladentheke der „Fish and Chip Shops“ (oder einfach Chippy genannt). Und während wir hierzulande meistens zu einer cremigen Sauce Tartare oder Mayonnaise greifen, schwören die Briten auf etwas ganz anderes: Malt Vinegar (Malzessig). Der Fisch und die Pommes werden direkt nach dem Frittieren großzügig mit dem Essig beträufelt. Das klingt im ersten Moment vielleicht ungewohnt, gibt dem Ganzen durch die Säure aber eine wunderbar frische Note, die perfekt mit dem fetthaltigen Bierteig harmioniert.
Und dann gibt es da noch eine Beilage, die bei keinem echten Pub-Klassiker fehlen darf: Mushy Peas – das traditionelle, leicht stückige Erbsenpüree. Die leuchtend grünen Erbsen werden dafür sanft gekocht und grob zerstampft, oft verfeinert mit einem Klecks Butter und etwas frischer Minze. Das schmeckt überraschend erfrischend und bringt eine feine Süße auf den Teller, die genial zum salzige-knusprigen Fisch passt. Egal, ob du dich für die britische Essig-Variante entscheidest oder lieber bei der klassischen Sauce bleibst: Erbsenpüree ist eine fantastische Ergänzung, die Farbe und echte Pub-Authentizität auf deinen Teller bringt!



Meine liebste Variante: Dicke Pommes und cremige Sauce Tartare
Tradition hin oder her – in der Kartoffelwerkstatt wird natürlich das gekocht, was uns am besten schmeckt! Deshalb habe ich mich bei meiner Version ganz bewusst gegen das Erbsenpüree entschieden. Stattdessen setze ich auf richtig dicke Pommes, die innen schön soft bleiben, und serviere dazu eine selbstgemachte, wunderbar cremige Sauce Tartare. Für mich ist diese Kombination aus dem knusprigen Fisch, den deftigen Kartoffeln und der würzigen Sauce einfach unschlagbar. Wie du den Klassiker genau so perfekt hinbekommst, erfährst du jetzt im Rezept!

Der Streetfood-Klassiker perfektioniert: Fish and Chips selber machen wie im Pub
Kochutensilien
- Aifryer oder Fritteuse
- Pommesschneider
Zutaten
Für die Fish and Chips:
- 3-4 große festkochende Kartoffeln
- 800 g Alaska-Seelachsfilet
- 300 g Weizenmehl
- 80 g Kartoffelmehl Stärke
- 2 TL Backpulver
- 250 ml Bier
- Salz
- Frittieröl z. B. Raps- oder Sonnenblumenöl
Für die Sauce Tartare:
- 2 Eier
- 180 ml Traubenkernöl oder ein anderes neutrales Pflanzenöl
- 1/4 TL Senf
- 1/2 TL Zitronensaft
- 1 TL fein gehackte Kapern
- 1 TL fein gehackte Sardellen
- 1 kleine Schalotte fein gewürfelt
- 1/4 TL Kapernsaft
- Frisch gehackte Petersilie
- Salz
Anleitungen
- Pommes vorbereiten & wässernDie Kartoffeln waschen und mit einem Hobel oder Pommesschneider in dicke Stäbchen schneiden. In eine Schüssel mit kaltem Wasser legen, um die überschüssige Stärke auszuwaschen. Danach gründlich abtrocknen.
- Das erste Frittieren (Vorfrittieren)Die Fritteuse erhitzen. Die gut abgetrockneten Pommes portionsweise vorfrittieren, bis sie weich sind, aber noch keine Farbe angenommen haben. Herausnehmen, auf Küchenpapier abtropfen lassen und auf einem Backblech ausgebreitet für ca. 2 Stunden in den Tiefkühlschrank stellen.
- Sauce Tartare zubereitenEin Ei hart kochen, abschrecken, schälen und mit einem Eierschneider fein würfeln. Das zweite (rohe) Ei mit Senf und Zitronensaft in einen hohen Becher geben. Mit dem Pürierstab mixen und das Traubenkernöl langsam in einem dünnen Strahl einfließen lassen, bis eine feste Mayonnaise entsteht. Das gewürfelte Ei, Schalotten, Kapern, Sardellen, Kapernsaft und Petersilie unterrühren und mit Salz abschmecken.
- Fisch vorbereiten & Bierteig mixenDen Fisch kurz kalt abspülen, gründlich mit Küchenpapier trocken tupfen und in Streifen schneiden. Leicht salzen. In einer Schüssel das Weizenmehl, die Kartoffelstärke und das Backpulver mischen. In einer separaten, zweiten Schüssel etwa 2 Esslöffel dieser Mehlmischung mit dem kalten Bier glattrühren.
- Fisch ausbackenDie Fischstreifen zuerst in der trockenen Mehlmischung wenden, überschüssiges Mehl abklopfen. Danach durch den flüssigen Bierteig ziehen und sofort im heißen Frittieröl goldbraun und knusprig ausbacken. Auf Küchenpapier abtropfen lassen.
- Pommes fertig frittieren & servierenDie Pommes aus dem Tiefkühlschrank holen und ein zweites Mal im heißen Öl frittieren, bis sie rundherum goldgelb und maximal knusprig sind. Zusammen mit dem heißen Fisch und der kalten Sauce Tartare sofort servieren.
Rezept Download
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Wie isst du deine Fish and Chips am liebsten?
Wie sieht es bei dir aus? Bist du Team „Original mit Essig und Erbsenpüree“ oder liebst du es auch bodenständig mit dicken Pommes und extra viel Sauce Tartare? Schreib mir das unbedingt mal unten in die Kommentare – ich bin gespannt auf deine Variante!
Und wenn du nach diesem Rezept noch mehr Lust auf die unschlagbare Kombination aus Fisch und Kartoffeln bekommen hast, dann probiere unbedingt auch mal meinen saftigen Kabeljau unter der Kartoffelkruste aus. Das ist die perfekte, feine Alternative aus dem Ofen für das nächste Sonntagsessen.
Guten Appetit und viel Spaß beim Nachkochen!
Eure Dani
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