Heute geht es weiter mit dem zweiten Teil unserer Südamerika-Reise, und ich habe dir ein ganz besonderes Papa Rellena Rezept mitgebracht! Nach unserem entspannten Auftakt in der Küstenmetropole Lima lassen wir die Zivilisation komplett hinter uns. Wir tauschen die Meeresbrise gegen die dünne Bergluft der Anden und begeben uns auf das wohl intensivste Abenteuer unseres Lebens: Vier Tage zu Fuß auf dem legendären Inkatrail, mitten durch dichten Dschungel, über 4.000 Meter hohe Pässe bis hin zum magischen Ziel – Machu Picchu.
Passend zu diesem kräftezehrenden Marsch serviere ich dir das ultimative peruanische Comfort Food. Die Papa Rellena – eine knusprig ausgebackene, herzhaft gefüllte Kartoffel – ist das Kartoffelgericht Perus schlechthin und hat in meiner Kartoffelwerkstatt einen ganz besonderen Platz erobert!
4 Tage Inkatrail: Durch Schlamm, Dschungel und dünne Luft
Tag 1: Grüne Täler und Inka-Ruinen
Voller Vorfreude starten mein Mann und ich am Checkpoint in den Nationalpark. Die Landschaft ist saftig grün, alte Inka-Ruinen säumen den Weg und sogar der berühmte Peru Rail-Zug kreuzt unsere Route. Das Wetter meint es gut mit uns: Sonne pur, nur ab und zu ein kurzer Schauer. Die Wanderung verläuft entspannt und wir genießen die erste Nacht im Zelt unter dem südamerikanischen Sternenhimmel.



Tag 2: Der Kampf mit den 4.000 Metern
Der zweite Tag fordert uns alles ab. Es geht steil bergauf zum höchsten Pass der Strecke auf über 4.000 Metern Höhe. Mit jedem Höhenmeter spüre ich, wie die Luft dünner wird – der Körper muss extrem arbeiten. Die Belohnung oben am Pass ist eine gigantische, fast demütig machende Aussicht ins Tal. Doch kaum haben wir den Höchstpunkt passiert, schlägt das Wetter um: Platzregen verwandelt die Stufen in rutschige Bäche. Völlig durchnässt kommen wir im Lager an. Die Nacht im Zelt wird eiskalt und ich merke, wie eine dicke Erkältung meinen Körper im Griff hat.



Tag 3: Schritte des Willens durch den Dschungel
Mit kratzendem Hals und Fiebergefühl überqueren wir den zweiten 4.000er-Pass. Doch die Natur entschädigt für alles: Wir tauchen ein in dichte Nebelwälder und atemberaubende Dschungellandschaften. Unsere einheimischen Begleiter und Träger sind absolute Helden – sie zaubern trotz der Einfachheit der Lager jeden Tag fantastische peruanische Gerichte für uns auf den Tisch. Ich fokussiere mich nur noch auf den nächsten Schritt und kämpfe mich Meter für Meter durch.



Tag 4: Stirnlampen, Schlamm und die Tränen in Machu Picchu
Nach einer verregneten Nacht klingelt der Wecker bereits um 2 Uhr morgens. Im Scheinwerferlicht unserer Stirnlampen waten wir durch knöchelhohen Schlamm quer durch den tropischen Wald. Als der Tag anbricht, wird es spürbar wärmer. Unzählige steile Steinstufen geht es rauf und runter. Und dann, nach all den Strapazen, stehen wir plötzlich am Sonnentor und blicken auf Machu Picchu. Ich bin körperlich völlig am Ende, aber überglücklich. Mein Mann und ich liegen uns in den Armen – stolz, dieses Abenteuer gemeinsam gemeistert zu haben.
Nach der Rückfahrt mit dem Zug nach Cusco gab es im Hotel nur zwei Highlights: Die erste heiße Dusche nach vier Tagen und ein butterweiches Bett!



Abenteuer Peru (Teil 2): Inkatrail nach Machu Picchu und mein originales Papa Rellena Rezept
Zutaten
Für den Kartoffelteig:
- 700 g Kartoffeln vorwiegend festkochend, in Peru z.B. Canchan
- 300 g gelbe mehlige Kartoffeln (Papa Amarilla)
- 35 g Kartoffelstärke Chuño
- 15 g Salz
- 300 g Mehl zum Formen und Wälzen
- 500 g Pflanzenfett zum Frittieren/Ausbacken
Für die herzhafte Hackfleisch-Füllung:
- 500 g Rinderhackfleisch z.B. aus der Schulter/Huachalomo
- 180 g Zwiebeln sehr fein gewürfelt
- 40 g gelbe Chilischote Ají Amarillo, fein gewürfelt
- 50 g Tomatenmark
- 8 g Ají-Panca-Pulver
- 8 g Knoblauchpulver & 4 g Kreuzkümmel Comino
- 2 g getrockneter Oregano & 10 g Salz Pfeffer
- 200 ml Rinderfond & 20 g Öl
- 10 g gehackter Koriander & 10 g gehackte Petersilie
- 3 ½ hartgekochte Eier gehackt
- 54 g Rosinen
- 100 g violette/schwarze Oliven entsteint und gehackt
Anleitungen
- Kartoffelteig vorbereiten: Die Kartoffeln in Salzwasser weich kochen, noch heiß pellen und direkt durch eine Kartoffelpresse drücken. Die Masse vollständig abkühlen lassen. Anschließend das Salz und die Kartoffelstärke (Chuño) unterkneten, bis ein geschmeidiger, gut formbarer Teig entsteht.
- Die Füllung zubereiten: Das Öl in einer Pfanne erhitzen. Zwiebeln und gelbe Chili darin glasig dünsten. Das Rinderhackfleisch dazugeben und kräftig anbraten. Knoblauch, Kreuzkümmel, Ají Panca, Oregano, Salz, Pfeffer und Tomatenmark einrühren. Mit dem Rinderfond ablöschen und einkochen lassen, bis die Flüssigkeit fast vollständig verdampft ist.
- Füllung verfeinern: Die Pfanne vom Herd nehmen. Die gehackten Kräuter (Koriander und Petersilie), die Rosinen, die Olivenstücke und die gehackten gekochten Eier unter die warme Hackfleischmasse heben. Die Füllung abkühlen lassen.
- Papa Rellena formen: Eine handtellergroße Portion Kartoffelteig flachdrücken (wie einen flachen Taler). Etwa 2–3 EL der Füllung in die Mitte geben. Den Teig vorsichtig über der Füllung zusammenklappen und mit bemehlten Händen zu einer typischen, leicht ovalen Kartoffelform verschließen. Die Nahtstellen gut andrücken!
- Knusprig ausbacken: Die geformten Kartoffeln gründlich im Mehl wälzen. Das Pflanzenfett in einem tiefen Topf oder einer großen Pfanne erhitzen. Die Papas Rellenas darin Portionsweise rundherum goldbraun und knusprig ausbacken.
- Servieren: Auf Küchenpapier abtropfen lassen und am besten noch heiß (traditionell mit einer frischen Zwiebel-Salsa) genießen!
Rezept Dowload
Rezept Papa Rellena


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Ausblick auf Teil 3…
Nach dem kühlen Höhenrausch in den Anden geht unsere Reise im nächsten Teil entspannter weiter. Wir steigen in den Überlandbus und machen uns auf den Weg Richtung Puno und dem Titicacasee!
Hast du schon einmal gefüllte Kartoffeln zubereitet oder bist du selbst schon auf dem Inkatrail gewandert? Schreib mir deine Gedanken und Fragen unbedingt in die Kommentare!
Falls Du den ersten Teil verpasst hast, dann lies dich gern ein. Darin erzähle ich von Lima, dem Start und Endpunkt unserer Reise durch Peru.
Schönes Fernweh!
Eure Dani
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